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PV-Überschussladen: Intelligent Strom nutzen

PV-Ueberschussladen: Intelligent Strom nutzen

Wie intelligente Ladesteuerung Ihren Solarstrom optimal für das E-Auto verwendet.

Das Prinzip hinter dem PV-Überschussladen

PV-Überschussladen folgt einer simplen, aber wirkungsvollen Logik: Ihre Wallbox erhält in Echtzeit die Information, wie viel Solarstrom gerade produziert wird und wie viel der Haushalt verbraucht. Die Differenz – der Überschuss – fliesst ins Elektroauto, statt ins Netz eingespeist zu werden. Ein Smart-Meter am Hausanschluss misst den Energiefluss, und das Energiemanagementsystem (HEMS) steuert die Wallbox entsprechend. Die Ladeleistung wird stufenlos angepasst, von minimaler Leistung bei Wolkendurchgang bis hin zur vollen Kapazität an strahlenden Sommertagen.

Einphasig vs. dreiphasig: Die Technik verstehen

Das Schweizer Stromnetz ist dreiphasig aufgebaut. Die Mindestladeleistung eines E-Autos beträgt gemäss IEC 61851 bei einphasigem Laden 6 Ampere (1,4 kW) und bei dreiphasigem Laden ebenfalls 6 Ampere pro Phase (4,2 kW). Das bedeutet: Bei dreiphasigem Laden braucht die Wallbox mindestens 4,2 kW Überschuss, um überhaupt zu starten. An einem leicht bewölkten Tag mit 3 kW Überschuss würde das Auto stillstehen.

Die Lösung heisst Phasenumschaltung: Intelligente Wallboxen wie der SMA EV Charger oder Fronius Wattpilot schalten automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden um. Bei geringem Überschuss lädt das System einphasig ab 1,4 kW, bei steigender Produktion wechselt es auf dreiphasig und nutzt die volle Kapazität von bis zu 22 kW. Diese Funktion ist für Schweizer Verhältnisse besonders wertvoll, da die PV-Produktion stark schwankt – an einem typischen Frühlingstag zwischen 2 und 9 kW bei einer 10-kWp-Anlage.

Kompatible Systeme für die Schweiz

Für zuverlässiges Überschussladen müssen Wechselrichter, HEMS und Wallbox reibungslos zusammenspielen. Hier die bewährten Kombinationen auf dem Schweizer Markt 2026:

Typischer Tagesablauf mit Überschussladen

Wie sieht ein typischer Sommertag mit PV-Überschussladen für eine Familie in Aarau (10-kWp-Anlage, Easee Home Wallbox, VW ID.4) aus? Morgens um 7 Uhr produziert die Anlage 2 kW – gerade genug für den Haushaltsverbrauch. Um 9 Uhr steigt die Produktion auf 6 kW, und die Wallbox beginnt einphasig mit 1,8 kW zu laden. Um 11 Uhr erreicht die Anlage 8,5 kW, die Wallbox schaltet auf dreiphasig um und lädt mit 5 kW. Zur Mittagsspitze um 13 Uhr werden 9,5 kW produziert – die Wallbox lädt mit vollen 7 kW Überschuss.

Am Ende des Tages hat das Auto 35 kWh geladen – genug für rund 200 km Reichweite. Die Ladekosten betragen CHF 0, da ausschliesslich Überschussstrom verwendet wurde. Ohne Überschussladen wären diese 35 kWh entweder für CHF 3.50 ins Netz eingespeist oder für CHF 10.50 vom Netz bezogen worden. Solche Tage gibt es in der Schweiz von April bis September rund 100–140 Mal pro Jahr.

Eigenverbrauch mit und ohne Überschussladen

Die Auswirkungen auf den Eigenverbrauch sind drastisch. Ohne intelligente Steuerung und Wallbox liegt der Eigenverbrauchsanteil einer 10-kWp-Anlage bei einem Schweizer Haushalt bei 25–30 %. Mit Smart Charging und Überschussladen steigt er auf 50–65 %. Fügen Sie noch einen Batteriespeicher von 10 kWh hinzu, erreichen Sie 70–85 %. Jeder Prozentpunkt mehr Eigenverbrauch erhöht die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage.

Die Einrichtung eines Überschussladesystems erfordert einen kompatiblen Wechselrichter, ein Smart-Meter am Netzanschlusspunkt und eine HEMS-fähige Wallbox. Die Mehrkosten gegenüber einer «einfachen» Wallbox betragen CHF 500–1’500 – je nachdem, ob das HEMS bereits im Wechselrichter integriert ist oder separat angeschafft werden muss. Diese Investition amortisiert sich in der Schweiz typischerweise innerhalb von 1–2 Jahren. Die kantonalen Förderprogramme berücksichtigen HEMS-Komponenten als förderfähige Investition.

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