Einspeisetarife BKW und EWZ 2026 — was bezahlen die EVU?
Vergleich der Einspeisetarife für PV-Solaranlagen bei BKW und EWZ 2026. Spot-Markt-Optionen, HKN-Vergütung und welcher EVU für Solar-Eigentümer attraktiver ist.
3. Juni 2026 · PV + Wallbox Schweiz
PV + Wallbox Schweiz bietet unabhängige Schweizer Solar-Informationen. Dieser Beitrag ist Teil unserer Wissensreihe zu Photovoltaik, Förderung und Wirtschaftlichkeit.
Was sind Einspeisetarife?
Wenn Sie mehr Strom produzieren als selbst verbrauchen, geht der Überschuss ins öffentliche Netz. Das lokale Elektrizitätswerk (EVU) vergütet diese Einspeisung mit dem sogenannten Einspeisetarif. Die Höhe variiert erheblich zwischen den Schweizer EVU und beeinflusst die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV-Anlage direkt. Diese Analyse vergleicht die zwei grössten Schweizer Stromversorger.
BKW (Berner Kraftwerke) — der grosse Westschweiz-Versorger
BKW versorgt grosse Teile von Bern, Jura, Solothurn und angrenzende Gebiete:
Standard-Einspeisetarif 2026
Sommer (April-September): CHF 0,082 / kWh
Winter (Oktober-März): CHF 0,098 / kWh
Durchschnittlich: CHF 0,090 / kWh
HKN-Vergütung
Für zertifizierten Solarstrom mit Herkunftsnachweis (HKN):
Zusätzlich CHF 0,02-0,03 / kWh
Voraussetzung: HKN-Zertifizierung durch Pronovo
Lohnt sich bei jährlicher Einspeisung über 2'000 kWh
Spot-Markt-Option BKW Solar Plus
Marktpreis-orientierte Vergütung
Sehr variabel: CHF 0,02 / kWh bis CHF 0,30 / kWh
Anwendbar ab 30 kWp Anlagengrösse
Vereinbarung 5-Jahres-Verträge
EWZ (Elektrizitätswerk Zürich)
EWZ versorgt Stadt Zürich und einige Umlandgemeinden:
Standard-Einspeisetarif 2026
Sommer: CHF 0,085 / kWh
Winter: CHF 0,12 / kWh
Durchschnittlich: CHF 0,10 / kWh
EWZ Solarbörse
Innovatives Modell für Solar-Eigentümer:
Direktverkauf an interessierte Stadtbewohner
Tarif CHF 0,16-0,22 / kWh möglich
Vertragslaufzeit 3-5 Jahre
Marketing-Aspekt: Privater Klimabeitrag sichtbar
Spot-Markt-Tarife EWZ
Stundenweise variable Vergütung
Spitzentage Winter: bis CHF 0,30 / kWh
Sommer flach: CHF 0,03-0,06 / kWh
App-basiertes Tracking
Direkter Tarif-Vergleich
Bei 10 kWp Anlage mit 6'500 kWh Einspeisung pro Jahr:
Sommer-Spitzen: Sonnenstrom in Spitzenzeiten kaum gefragt — niedrige Tarife
Winter-Wertvoll: Solarstrom im Winter besonders wertvoll für die Versorgung
Dynamische Tarife: profitieren von Wintererträgen besser
Auswirkungen auf PV-Wirtschaftlichkeit
Bei einer 10 kWp Anlage mit 30 % Eigenverbrauch:
Eigenverbrauchs-Wert: CHF 912 / Jahr (immer höher als Einspeisung)
Standard-Einspeisung BKW: CHF 585
EWZ Premium: CHF 1'170
Differenz BKW vs EWZ Premium: CHF 585 / Jahr
Wann lohnt sich Spot-Markt-Tarif?
Bei grossen Anlagen über 25 kWp
Bei Speicher-Eigentum (Verschieben von Einspeisung)
Bei Verbraucher-Smart-Steuerung
Bei Bereitschaft, Marktrisiken einzugehen
HKN-Zertifizierung Schritt-für-Schritt
Antrag bei Pronovo
Komponentenliste mit Zertifikaten
Bauzeugnis von Installateur
Bearbeitungszeit 6-12 Monate
Mehrertrag CHF 100-200 / Jahr für 10 kWp
Wahl des EVU bei Hauskauf
Bei Hausverkauf: das EVU wechseln können Sie nicht — es ist mit dem Standort verbunden. Aber:
Tarif-Vergleich vor Hauskauf wichtig
Solar-Premium-Programme variieren erheblich
EWZ-Gebiete: höhere Einspeisetarife
BKW-Gebiete: günstige Stromkosten kombiniert
Vertragsfristen und Wechsel
Standardverträge: 1 Jahr
Premium-Programme: 3-5 Jahre Bindung
Spot-Markt: jederzeit kündbar
Bei Wechsel: schriftliche Kündigung 3 Monate vorher
Strategische Überlegungen
Für Standard-EFH: konservativer Standardtarif ausreichend
Für Premium-Eigentümer: HKN + EWZ Solarbörse erwägen
Für grosse Anlagen: Spot-Markt prüfen
Mehrere Optionen alle 3-5 Jahre überprüfen
Andere wichtige Schweizer EVU
Neben BKW und EWZ:
Romande Energie (Westschweiz)
IWB (Basel)
SAK (St. Gallen)
EGL (Engadin)
SH POWER (Schaffhausen)
Jeder mit eigenen Tarif-Strukturen.
Zusammenfassung
BKW und EWZ bieten 2026 unterschiedliche Einspeisetarif-Strukturen, wobei EWZ mit dem Solarbörse-Modell deutlich attraktivere Vergütungen für Solar-Eigentümer in Zürich bietet. BKW liegt mit Standard-Tarifen im Schweizer Mittelfeld, bietet aber gute HKN-Zusatzvergütung. Bei der Wahl des PV-Standorts sollten Hauseigentümer auch die lokalen EVU-Konditionen prüfen. Über 25 Jahre Lebensdauer können die Tarifunterschiede CHF 5'000-10'000 ausmachen — eine erhebliche Summe in der Gesamtrechnung.
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